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Von der Manipulation der Sprache

Mit aufmerksamem Blick hat Weihbischof Dr. Andreas Laun über Jahrzehnte hinweg die Entwicklung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens verfolgt. Wie kaum ein anderer, erhebt er mahnend die Stimme, wenn er Verirrungen oder Abweichungen von den geoffen-barten und der Kirche gelehrten göttlichen Idealen wahrnimmt. Als Mahner ist er zu einem "Licht für die Welt" geworden, an dem sich unzählige Gläubige orientieren. Er versteht es, die Dinge nicht nur genau zu prüfen, sondern seine Einsichten auch mit einer allgemein verständlichen Sprache ins Wort zu fassen. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die nachfolgende Analyse der sprachlichen Manipulation.


Köder mit Würmern benützt man zum Angeln von Fischen, Giftköder zur Vertilgung von Ungeziefer. Sprachköder setzt man in die Welt, um Menschen dazu zu bringen, Unrecht für Recht zu halten, um in der Folge ihre Gedanken und ihr Handeln in die falsche Richtung zu lenken. Wie man das macht, haben die großen Demagogen aller Zeiten gewusst, und die heutigen wissen es auch. Das, was den Menschen-Köder so schmackhaft erscheinen lässt, pflegt der Anspruch zu sein, es ginge nicht nur um Wahrheit, sondern um Gerechtigkeit oder gar Barmherzigkeit. Was dazu führt, dass derjenige, der den Köder Köder nennt, moralisch abgestraft wird: als Lügner und vor allem als Feind der Gerechtigkeit, als einer, der keine Barmherzigkeit kennt! Beispiele aus unserer Zeit bieten sich vor allem im Umfeld der so genannten "heißen Eisen" an: In der Abtreibungsdebatte: "Wollt ihr Frauen bestrafen?" sagt man, und der so Befragte erschrickt und schämt sich, dass man ihn für einen Menschen hält, der "Frauen bestrafen will"! Aber er merkt dabei nicht: Die Frage lügt, weil sie suggeriert, es ginge um die Bestrafung von Frauen, weil sie Frauen sind! Wahr ist vielmehr: Strafe kann niemals Frauen, Männern, Schwarzen, Brillenträgern oder Autofahrern gelten, sondern immer nur Tätern oder Täterinnen, unabhängig davon, was sie sonst noch sein mögen! Der Slogan lenkt den Blick in die absolut falsche Richtung, weg vom Verbrechen, hin zu einem Menschen, dessen böses Tun damit ausgeblendet wird. "Mein Bauch gehört mir": Wiederum, man appelliert an die selbstverständliche, richtige Eigenliebe, die den eigenen Leib gegen jeden Anspruch Anderer verteidigt! Raffiniert verdrängt wird dabei: Es geht um ein Kind, einen anderen Menschen und dessen Leben, nicht um irgendeinen Bauch! Dasselbe Recht, das den eigenen Bauch und Leib schützt, schützt auch das Leben jenes noch Ungeborenen, der noch nicht rufen kann: "Behalte deinen Bauch, aber bring mich nicht um!" Auch hier: Das Gefühl für Gerechtigkeit wird benützt, um Unrecht unsichtbar und damit möglich zu machen.

Derselbe Betrug steckt sehr oft in der Rede von der "Gleichberechtigung für Homosexuelle", die, so sagt man, das Recht haben müssen, "zu heiraten und Kinder zu adoptieren". Der Köder liegt in der klagenden Behauptung, die nicht besprochen sondern als gegeben suggeriert wird: Dei armen Homosexuellen wird ein Recht vorenthalten, das sie als Menschen haben müssten, denn zu einem Rechtsstaat gehört doch wesentlich die Gleichberechtigung aller! Die Redeweise appelliert auch in diesem Fall an das Gerechtigkeits-Empfinden der anderen Menschen! Und es ist ja wahr: Grundsätzlich haben alle Menschen die gleichen Menschenrechte, eben weil sie Mensch sind, und in einem Rechtsstaat bemüht man sich, Unrecht, das einem Bürger widerfährt, abzuschaffen. So weit, so gut und so richtig. Aber bei der genannten Redeweise geht die entscheidende Frage verloren: Sind Homosexuelle wirklich benachteiligt? Haben sie nicht ohnehin alle Bürgerrechte? Sie sind nicht benachteiligt, wenn sie sind und sein dürfen, was sie sind: Bürger mit einer gleichgeschlechtlichen Neigung! Denn die besonderen Rechte von Eheleuten sind Rechte die nicht eigentlich alle Menschen haben müssen und willkürlich nur den Verheirateten zuerkannt werden, sondern Rechte die in einer "Leistung" für die Allgemeinheit begründet sind! Der entscheidende Denkfehler, mit der man sich Rechte erkämpfen will, liegt in der Suggestion, dass Ehepaar Sonderrechte härten wegen ihrer sexuellen Akte und Homosexuelle nicht, obwohl doch auch sie Orgasmen erleben? Aber so ist e nicht, denn Ehepaare haben "Privilegien nicht wegen körperlicher Abläufe, sondern weil sie das Leben weitergeben und aufrecht erhalten! Und weil sie die Zukunft sichern, Arbeitsplätze erhalten, dem Land Arbeitskräfte zuführen und es vor dem demografischen Kollaps bewahren! Das alles aber tun Homosexuelle nicht! "Gleichberechtigung für Homosexuelle" fordern ist, als ob ein Bürger einen Dienstwagen und Immunität wie ein Minister verlangen würde, weil er doch "genauso wie der Minister" reisen müsse und vor Anklagen geschützt werden will. Die Beispiele zeigen, worüber man rede müsste: Natürlich wäre es ungerecht, Homosexuellen das Wahlrecht vorzuenthalten oder sie nicht studieren zu lassen, ihnen Rechte zu verwehren, die alle anderen Bürger besitzen. Aber: Wenn Ehe die Verbindung von Mann und Frau ist, kann niemand, der zu dieser Verbindung nicht in de Lage ist oder sie nicht will, jene Rechte beanspruchen, die der Staat aus guten Gründen den Familien zuerkennt! Es gibt ja auch kein Recht auf einen Doktortitel für jene Mitbürger, die die notwendige intellektuelle Leistung nicht erbringen können.

Und was die Adoption betrifft: Übergibt der Staat Elternlose Kinder anderen Menschen, damit dies eine "Freude haben" oder nicht doch um des "Kindeswohles" willen? Zu behaupten, Homosexuelle könnten "genauso gute Eltern sein wie Mann und Frau, missachtet nicht nur die Ergebnisse der Kinderpsychologie, sondern auch die Frauen, deren besondere, mütterliche Begabungen geleugnet werden! Wieso schweigen die Feministinnen? Weil sie, paradoxerweise, auch in dieser Frage frauenfeindlich denken und handeln und die Frauen in ihrer besonderen Begabung nicht wirklich ernst nehmen! Wer, politisch korrekt, von einer abzubauenden "Bevorzugung der Ehe" gegenüber homosexuellen Lebenspartnerschaften spricht, wie es das Deutsche Bundesverfassungsgericht tut, oder davon, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften "benachteiligt" seien, hat den Köder schon geschluckt und wird den politischen Kampf verlieren! Denn eine illegitime, weil nicht begründbare, "Bevorzugung" kann und darf der Rechtsstaat tatsächlich nicht dulden. Aber wenn er gut begründete Privilegien vergibt, darf er nicht zulassen, dieses sein gerechtes Handeln als "Benachteiligung" zu diffamieren. Wenn man die falsche Sprechweise duldet oder selbst benützt, bereitet man unweigerlich den Weg für das Unrecht eines Gesetzes, das Ungleiches gleich behandelt und dadurch wirklich "Benachteiligungen" hervorruft! Wenn man diese Logik missachtet, wird man eines Tages auch den Dienstwagen für alle und den Doktortitel für Analphabeten als Menschenrecht durchsetzen wollen!

Auch in der Kirche ist es so: Man redet viel von der Frage derer, die nach einer Scheidung staatlich geheiratet haben und darum nach kirchlicher Lehre die hl. Kommunion nicht mehr empfangen können. Oft und oft hört man in dieser Diskussion: Die Kirche müsse endlich barmherziger werden! Aber auch da: Die Zulassung zu den Sakramenten ist nicht eine Frage der moralischen Güte des Bischofs oder Priesters, sondern eine Frage nach dem, was Ehe ist und was ihr gerecht wird, es ist auch eine Frage nach der Vollmacht der Kirche und deren Grenze! Indem man die Frage zu einer Frage der Moral macht, kann man sie nicht mehr wirklich beantworten, weil niemand "unbarmherzig" sein will! Es ist letztlich hier so ähnlich, wie wenn manche Leute fordern, der Papst möge "die Pille erlauben"! Das ist so, wie wenn die Regierung versuchen wollte, gesetzlich festzulegen, dass "Blitzschlag ungefährlich ist" und dass man den Mond ab jetzt auch "Sonne" nennen müsse, damit er nicht diskriminiert wird! Bei der Homosexuellen-Ehe oder Partnerschaft, die "der Ehe gleichgestellt werden müsse", versucht man solche Unsinnigkeiten! Ein chinesischer Weiser, der gefragt wurde, was er vorrangig tun würde, wenn man ihm die Regierungsvollmacht übertrüge, antwortete: Ich würde den Worten wieder ihren Sinn geben! Das täte uns auch gut, in Österreich und auch in der Kirche! Man nenne den Mond Mond und die Sonne Sonne, die Ehe Ehe und die homosexuelle Verbindung eben so oder mit einem noch zu erfindenden Begriff! Man hüte sich, Rechte durch Umbenennungen begründen zu wollen!



Quelle: www.kirche-heute.de

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