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Aussagen und Argumente der katholischen Kirche

Ein Mann hat einem Pfarrer einmal den Vorwurf gemacht, die katholische Kirche könne nicht rechnen. Denn vom 8. Dezember, dem Hochfest der unbefleckten Empfängnis bis Weihnachten seien es doch keine neun Monate. Dann hat der Pfarrer ihm erklärt, dass es sich bei der "Unbefleckten Empfängnis" nicht um die Empfängnis Jesu handelt, sondern darum dass Maria sündenlos, ohne Erbsünde empfangen worden ist. Dem Mann ist das Lachen im Gesicht erfroren. Was lernen wir daraus? Die meisten Vorwürfe, die Menschen der Kirche machen, berufen auf Unkenntnis oder Missverständnissen. Denn der katholische Glaube ist durch und durch logisch. Er ist dem Menschen und seiner Natur gemäß.



1.) Jesus

Jesus Ja - Kirche Nein! Jesus war ein toller Mensch, ein richtiges Vorbild. Er hat sich für die Armen und Schwachen eingesetzt. Aber die Kirche - nein Danke! Ich kann auch zu Hause beten. Pfarrer haben mir gar nichts zu sagen, alles was ich wissen muss, steht in der Bibel. Die Kirche ist ein altes überkommenes, für manche auch verkommenes Relikt aus einer alten Zeit. Mit der will ich nichts zu tun haben.
Gott offenbart sich in der Bibel. Stimmt! Gott offenbart sich in bestimmten Lebenssituationen. Kann auch stimmen! Gott offenbart sich aber auch in der Kirche, denn Jesus hat die Kirche gestiftet. "Und ich sage dir auch: du bist Petrus, und auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen." (Mt. 16,18). Somit ist die Kirche kein frömmelnder Verein, dem man als Christ beitreten kann oder auch nicht, sondern Grundlage des christlichen Glaubens und Lebens.
Wenn wir die biblischen Berichte ernst nehmen, so können wir an der engen Verbindung von Christus und der Kirche nicht vorbei. Christus wollte, dass die Kirche das Bindeglied zwischen Menschen und Gott wird. Hinter dem oben genannten Spruch steckt auch ein einseitiges Bild von Jesus. Es ist sehr bequem, sich nur einige Aspekt herauszugreifen: Jesus, ein Mensch mit hohen Idealen und Jesus, der sich für die Armen eingesetzt hat. Aber andere Aspekte unter den Tisch zu fallen zu lassen. (z.B. Jesus, der uns zur Kreuzesnachfolge aufruft). Es ist sicherlich bequemer, sich einen "Jesus-Light" zu basteln. Einen Jesus, der mich nicht anspricht, nicht herausfordert, nicht zur Umkehr, zum Glauben, zur Anbetung auffordert, der mich in Ruhe lässt.
Theoretisch kann man vieles, aber praktisch wäre vom Christentum ohne die Kirche über die Jahrhunderte nicht mehr viel übrig. Nicht einmal die Bibel gäbe es ohne die Kirche, denn sie ist von den Aposteln geschrieben worden, die damals die Kirche gründeten und leiteten: Petrus, Paulus, Jakobus, etc. die Kirche existierte also schon, bevor es das Neue Testament gab.
Es ist ähnlich wie im Sport oder anderen Hobbies: Tennis kann man unorganisiert spielen. Aber ohne Gemeinschaft, ohne Verein, Struktur bzw. Organisation schläft das Hobby irgendwann ein. Man siehe sich nur die vielen "Karteileichen" in Fitneßstudios an.
Christus hat gesagt "Wo zwei oder drei in meinem Namen sind, da bin ich mitten unter ihnen". Er wollte also, dass wir auch in der Gemeinschaft beten. Selbst Christus ist regelmäßig in den Tempel gegangen und hat sich nicht auf das private Gespräch mit Gott beschränkt.

Jesus war ein guter Mensch - aber an Wunder glaube ich nicht!
Jesus nur für einen herausragenden Menschen zu halten und Wunderberichte als lächerliche Erfindungen abzulehnen, hieße die Evangelien nicht ernst zu nehmen. Es ist interessant, dass viele Christen zwar auf der einen Seite glauben, dass es Gott gibt und vielleicht auch nicht bestreiten, das Jesus der Sohn Gottes ist. Aber Wunder - Nein, das erscheint ihnen zu lächerlich, zu unwahrscheinlich, daran möchten Sie als moderne, aufgeklärte Menschen nicht glauben. Auch hier scheint nur der Gott akzeptabel zu sein, der zwar irgendwo existiert, aber für mein Leben nicht besonders relevant ist. Prinzipiell gibt es nur zwei Möglichkeiten:
Entweder sagt Jesus die Wahrheit, wenn er sich selbst als Sohn Gottes bezeichnet, wenn er Blinde, Taube und Lahme heilt und sogar Tote zum Leben erweckt. Der selbst gekreuzigt wurde und nach drei Tagen von den Toten auferstanden ist. Entweder stimmt das alles - und dann ist Jesus Christus wirklich Gottes Sohn, und nicht nur irgendein "guter Mensch".
Oder ich lehne das alles ab. Dann war Jesus Christus ein Lügner und Betrüger! Man kann ihn aber nicht mit gönnerhafter Herablassung als einen großen Lehrer der Menschheit bezeichnen. Das war nie seine Absicht. Wenn ich einmal zu diesem grundlegenden Wunder unserer Glaubens ja gesagt habe, warum sollte es mir dann schwer fallen, wenn der Gottmensch Jesus einen Blinden heilt?

2.) Papst

Kein Mensch ist unfehlbar - auch nicht der Papst!
Die Lehre von der Unfehlbarkeit heißt nicht, dass der Papst persönlich sündenlos sei; er ist ein Mensch wie alle und geht regelmäßig beichten. Unfehlbarkeit bedeutet auch nicht, dass jede Privatmeinung des Papstes richtig ist. Alltägliche Äußerungen, Predigten und Vorträge des Papstes können also per se keine unfehlbaren Äußerungen sein. Ebenso ist es kein Widerspruch zur Lehre der Unfehlbarkeit, wenn Päpste menschliche Schwächen zeigen, sich unklug oder vielleicht sogar unmoralisch verhalten sollten.
Laut dem 1.Vatikanischen Konzil im Jahre 1870 kommt eine unfehlbare Aussage nur dann zustande, wenn der Papst für die ganze Kirche etwas für immer klären will. Nur wenn in aller Form (ex cathedra) eine Glaubensüberzeugung zum Dogma erklärt wird, gilt diese als verbindlich und irrtumsfrei. Es können jedoch nur solche Glaubensüberzeugungen als zum Dogma erklärt werden, die nicht im Widerspruch zur Bibel und zur apostolischen Tradition stehen, wie sie in der katholischen Kirche geglaubt (sensus fidei) werden. Die Intention der päpstlichen Unfehlbarkeit ist also, dass der Papst bei einem Streit innerhalb der Kirche das "letzte Wort" hat. Das Unfehlbarkeitsdogma darf nicht als Freibrief für willkürliche Erfindungen interpretiert werden. Die Kirchengeschichte zeigt, dass sich die Päpste in grundlegenden religiösen Fragen (Dogmen) nie widersprochen haben. Diese Unfehlbarkeit kommt nur ganz selten zur Anwendung, seit 1870 nur ein einziges Mal.
Diese Unfehlbarkeit des Papstes bei der Ausführung seines Lehramtes ist keine kirchliche Anmaßung, sondern biblisch begründet. In dem Versprochen Christi, dass die Pforten der Hölle (und somit des Irrtums) die Kirche niemals überwältigen werden. Auch der Auftrag des Herrn an Petrus "Was Du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein" macht deutlich, dass Christus die Kirche niemals verlässt, und sie vor Irrtum in wichtigen Glaubensfragen bewahrt. In jeder Hl. Messe wird für den Papst gebetet, infolgedessen kann man auch auf den übernatürlichen Beistand des Heiligen Geistes vertrauen, der den Papst vor einem Irrtum in Glaubens- und Sittenfragen bewahrt.

Das Papsttum gehört abgeschafft!
Der Sinn des Papsttums besteht in der Beibehaltung der Einheit und des Zusammenhalts. Dem päpstlichen Lehramt ist es zum großen Teil zu verdanken, dass der gesamte katholische Glaube unversehrt durch die Jahrhunderte getragen wurde, ohne sich dem jeweils herrschenden modernen Zeitgeist anzupassen. Ohne diese wäre jeder sein eigener Papst und würde die Bibel so interpretieren, wie es ihm gefiele. Die Einheit des Glaubens hätte sich bald aufgelöst. Bester Beleg dafür sind die Protestanten, die mittlerweile über 300 verschiedene Glaubensrichtungen haben.

Die Kirche ist mir viel zu undemokratisch!
Ja, die Kirche ist von ihrem Wesen her undemokratisch. Die Kirche ist keine Institution, die von Menschen gemacht wurde, sie wurde von Christus gegründet. Er ist das Haupt der Kirche, er hat der Kirche eine Hierarchie gegeben. Man kann demokratisch über viele Dinge abstimmen, aber nicht darüber ob es Gott und seine Offenbarung gibt. Ebenso können wir nicht darüber abstimmen, ob Jesus nur ein Mensch war, oder ob er Gott und Mensch zugleich ist. Der Glaube, den die Kirche durch die Zeit trägt und den Menschen verkündet, ist nicht demokratisierbar. Über Wahrheiten kann man nicht abstimmen, denn die Wahrheit benötigt keine Mehrheit. Man kann die Wahrheit nur annehmen oder ablehnen.



3.) Glaube

Glauben heißt "Nichts wissen"!
Glauben heißt nicht "Nichts wissen", sondern glauben bedeutet vertrauen! Beispiel: Weißt Du wer Deine Eltern sind? Fast jeder stimmt spontan zu und sagt: "Klar, der Papa und die Mama". Aber ganz streng genommen weißt du es nicht in dem Sinn, dass du Beweise hättest. Du hat natürlich die Geburtsurkunde, aber die könnte gefälscht sein. Du hast Babyfotos, aber was beweisen Fotos eines Neugeborenen schon. Also glaubt Du Deinen Eltern, dass sie Deine Eltern sind, wenn du ihnen vertraust. Es ist dann nicht nötig, nach Beweisen zu fragen, Vertrauen genügt. Du darfst aber aus diesen Gründen mit Recht sagen, dass du weißt, wer deine Eltern sind. Analog ist es mit dem Glauben an Gott. Wer Gott vertraut, der weiß im Herzen dass Gott ein guter Vater für ihn ist, auch wenn er zwar keine Beweise, sehr wohl aber gute Erfahrungen vorzuweisen hat. Wenn das "Wissen des Herzens" zum "Wissen des Verstandes" hinzukommt, ist es ja ein Mehrwert. Glauben heißt nicht: Ich bastle mir meinen Glauben so zureicht, wie ich es meine, sondern ich höre auf das was Gott uns offenbart. Glauben heißt: Ich habe das Vertrauen, dass Gott mich nicht in die Irre führen will, sondern dass er die Wahrheit offenbart. Glauben bedeutet: Sich mit seinem Verstand und seinem Willen Gott unterzuordnen. Glauben bedeutet: mit seinem ganzen Wesen JA zu sagen zu Gott. Glauben ist daher eine persönliche Bindung des Menschen an Gott.

Wie kann man an Gott glauben wenn man ihn nicht sieht?
Kann man Verstand sehen?
Kann man Radioaktivität sehen?
Kann man Schallwellen sehen?
Kann man Wärme sehen?
Kann man Liebe, Gefühle sehen?
Kann man Strom oder Spannung sehen?
Kann man Sauerstoff sehen?
Es gibt so vieles, das man nicht sehen kann und trotzdem ist es da.

Beweise mir erst, dass der Glaube wahr ist!
Man kann den Glauben nicht wie einen mathematischen Beweis wie z.B. 2+2=4 belegen. Genauso wenig lässt sich beweisen, dass ein Gemälde von Picasso schön ist, ein Gedicht von Rilke mich im Innersten berührt oder Mohnkuchen gut schmeckt. Derartige Beweisforderungen sind unsinnig, weil die besondere Art von wissenschaftlichen Beweisen in der Naturwissenschaft funktioniert, nicht aber im Bereich des Geschmacks, der Schönheit, des Gefühls und der Liebe. Beweise mir, dass Du mich liebst ist oft der Anfang vom Ende einer Liebesbeziehung. Was kann ein Mann tun, wenn seine Frau dies von ihm fordert? Es kann seine Liebe mit Worten ausdrücken, große Blumensträuße bringen, aufs geliebte Fußballspiel verzichten aber einen Beweis im Sinne von 2+2=4 kann er nicht erbringen. Die Frau kann nur entscheiden: Ich glaube (=vertraue) diesem Mann. Ich glaube daran (=vertraue), dass er ehrlich ist. Zur Liebe gehört existenziell das Vertrauen. Und dieses Vertrauen entsteht dann, wenn der Geliebte für mich glaubwürdig ist. Gleiches gilt für den Bereich des Glaubens. Ich glaube nicht deshalb, weil mir ein cleverer Theologe "beweist", dass der Glaube wahr und richtig ist. Ich glaube deshalb, weil ich Gott vertraue. Wie oft ist im Alltagsleben Vertrauen nötig? Ich weiß nicht, ob der Zahnarzt der gerade meine Zähne aufbohrt, wirklich kompetent ist. Ich habe vielleicht das Praxisschild gesehen und glaube anderen, die bei ihm zur Behandlung waren, aber in den seltensten Fällen habe ich seine Kompetenz als Zahnarzt geprüft. Ähnliches gilt für den Piloten, der gerade mein Flugzeug fliegt, für den Automechaniker, der mein Auto repariert oder den Ingenieur, der die Brücke auf der ich gerade fahre berechnet hat. Gott und der Kirche vertrauen, das hört sich fremd an. Warum eigentlich? Warum sollte Gott weniger glaubwürdig sein, als mein Zahnarzt?

Die Wissenschaft beweist: Glauben ist unvernünftig!
Oft wird behauptet, dass sich Glaube und Wissenschaft widersprechen. Dies stimmt aber gar nicht. Naturwissenschaft beschäftigt sich per Definition gar nicht mit der Frage, ob es Gott gibt. Sie kann ihre Aussagen immer nur innerhalb ihrer Grenzen machen. Außerdem sind viele Theorien noch gar nicht bewiesen, z.B. von der Entstehung der Welt durch den sog. Urknall. Aber selbst, falls die Welt durch einen Urknall entstanden sein sollte, sagt das noch nicht darüber aus, ob Gott als Schöpfer sich eines "Urknalls" hätte bedienen können. Die beiden Schöpfungsberichte der Bibel widersprechen dem nicht, es handelt sich nicht um naturwissenschaftlich zu lesende Protokolle, sondern um theologische, religiöse Texte. Sie geben keine naturwissenschaftliche Erklärung über die Entstehung der Welt, sondern eine des Glaubens: Gott ist der Schöpfer des Alls, der Welt und des Menschen. Auch wenn der Glaube die Vernunft übersteigt, so widerspricht er ihr nicht.

Ich glaube noch lange nicht alles - ich bin eben ein kritischer Mensch!
Was ist eigentlich genau damit gemeint, wenn wir uns als einen "kritischen Menschen" bezeichnen. Kritik ist eine Methode der Urteilsfindung, die nicht nur ausreichende Kenntnisse über den zu beurteilenden Gegenstand voraussetzt, sondern auch ein gewisses Feingefühl und die Fähigkeit, zwischen wahr und falsch, gut und schlecht unterscheiden zu können, verlangt. Das heißt, einmal ist nicht jeder in jedem Bereich ein kompetenter Kritiker, zum anderen muss eine Kritik nicht automatisch zu einem negativen Urteil gelangen. Wenn aber heute jemand sagt: "Ich stehe der Kirche kritisch gegenüber", dann ist das in den meisten Fällen negativ, distanzierend oder ablehnend gemeint. Kritisch sein bedeutet dann etwas ganz anderes, nämlich von vornherein die Ablehnung von Maßstäben, Geboten oder Normen, die für mein eigenes Leben unbequem sind. So ist z.B. die Soziallehre der Kirche den meisten Menschen herzlich egal, aber wenn die Kirche Gebote im Bereich der Sexualität aufstellt, dann ist man plötzlich ganz "kritisch", d.h. ablehnend. Und diese kritische Haltung ist im Grunde genommen völlig unkritisch, weil von vornherein einfach alles abgehlehnt wird, was einen Anspruch an mich stellt, der mich zu einer Änderung und einer Umkehr auffordert. So macht sich der "moderne" Mensch schließlich selbst zum Maßstab des eigenen Lebens und Gauben. "Ich will selbst bestimmen, wie ich lebe, was ich tue, was ich glaube"! Wenn eine Autorität wie die Kirche den Anspruch erhebt, die Wahrheit zu verkünden wird diese einfach "kritisch" abgelehnt. Aber wer die Autorität der Kirch ablehnt, tappt in die nächste Falle: Auch der "kritische Mensch", der nur das annimmt, was er begreift und der nur das tut, was ihm passt, hat trotzdem seine Autoritäten: Er trottet in der großen Schar derer mit, die sich immer nach der Mehrheit ausrichtet: Was in der Zeitung steht, was im Fernsehen kommt, was alle tun - das sind die Autoritäten des modernen "kritischen" Menschen.

Der Glaube ist mir viel zu langweilig!
Der Glaube beschäftigt sich nicht mit den Nebensächlichkeiten des Lebens, sondern mit der alles entscheidenden Hauptsache unseres Lebens. Das ewige Heil zu erlangen! Ob man etwas langweilig findet, hängt davon ab, welchen Zugang man dazu hat. Manche finden es langweilig stundenlang ein Tennismatch ansehen zu müssen. Andere dagegen können nicht begreifen, wie man etwas derart Spannendes langweilig finden kann. Um etwas spannend zu finden, muss ich Interesse haben. Das kann aber nur entfaltet oder geweckt werden, wenn ich auch weiß, worum es eigentlich geht. Zum Beispiel, wenn ich im Tennis die Spielregeln kenne. Ähnliches gilt fürs Katholisch sein: Man muss sich auf den Weg machen, einmal hinter die negativen Klischees zu blicken und zu versuchen, die Regeln des "Spiels" zu entdecken. Und dann lebt man plötzlich in einer Kirche, die sich selbst als geheimnisvollen Leib Christi versteht. Man lebt in Gemeinschaft und Beziehung, die Raum und Zeit sprengt, die bis in die Ewigkeit Gottes hineinreicht. Man begegnet Jesus Christi, dem auferstandenen Herrn, der wirklich gegenwärtig ist, den man in den Sakramenten berühren kann. Man lebt in der Gegenwart von Engeln und Dämonen, man hat ein herrliches, alles Glück und alle Erfüllung dieser Welt übersteigendes Ziel seines eigenen Lebens vor Augen und erfährt die Wegbegleitung von Menschen und die mächtige Fürsprache von Heiligen. Das Leben gewinnt Sinn, Tiefe, Freude, es wird gelebt, nichts bleibt oberflächlich. Man legt die Masken des eigenen Lebens ab. Der Glaube ist das große Abenteuer des eigenen Lebens. Es ist alles Mögliche, aber sicher nicht langweilig.


4.) Kirche

Ich bete nur dann, wenn mir wirklich danach ist!
Der Glaube hat nur wenig mit unseren Gefühlen zu tun. Wir haben uns daran gewöhnt, nach unsern Gefühlen zu leben - ich tue das, womit ich mich jetzt gerade wohlfühle (und morgen tue ich vielleicht das Gegenteil davon). Ich gehe in die Kirche, wenn ich das Bedürfnis danach habe (z.B. Weihnachten). Unsere Beziehung zu Gott ist aber keine "Gefühlssache". Beim täglichen Gebet kann ich manchmal das Gefühl großer Nähe zu Gott haben, manchmal habe ich dies aber auch nicht. Wenn ich aber anfange nur dann zu beten, wenn ich das Gefühl habe, es würde mir gut tun, dann mache ich etwas falsch. Dann behandle ich Gott wie einen Automaten: Wenn man ein Geldstück hineinwirft, muss auch etwas herauskommen. Die Beziehung zu Gott lässt sich in gewisser Weise mit einer Beziehung zwischen Eheleuten vergleichen: Das Gefühl der Verliebtheit kommt und geht. Die Beziehung muss aber auf einer größeren und tieferen Grundlage ruhen als auf Gefühlen. Wirkliche Liebe geht tiefer, sie nimmt den andern um seiner selbst willen an und kann gerade deshalb auch nicht nur gute, sondern auch schlechte Tage durchstehen. Wer betet, sollte sich immer bewusst sein, dass Gott zuhört - auch wenn der Beter gerade nicht das Gefühl hat. Der Glaube hat also wenig mit Gefühlen zu tun.

Um ein guter Christ zu sein, muss ich nicht sonntags in die Kirche gehen!
Ich kann kein guter Kassenwart im Kegelclub sein, wenn ich immer nur dann, wenn ich Lust habe meine Kasse auf Vordermann bringe und offene Rechnungen nur einmal im Jahr bezahle. Den Christen macht der sonntägliche Messbesuch genauso wenig automatisch zu einem besseren, sympathischer, angenehmeren Menschen wie den Kassenwart die gut gepflegte Kasse. Der Christ wird aber durch den regelmäßigen Messbesuch so zu einem guten Christen, wie der Kassenwart durch sorgfältige Führung der Kasse zu einem guten Kassenwart wird. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass der gute Christ in der Regel durch Gebet, Beichte und Messfeier auch - langsam aber sicher - zu einem guten Menschen wird, während man das vom Kassenwart nicht so ohne weiteres behaupten kann. Erst dann, wenn ich verstanden habe, was der Sinn und das Wesen der Messfeier sind, wenn ich weiß wie ich die Messe gut mitfeiern kann, werde ich diesem Kirchengebot nicht nur positiv gegenüberstehen - ich werde es eigentlich gar nicht mehr als äußeres Gebot, sondern vielmehr als innere Notwendigkeit empfinden. Manche Menschen suchen sich aus den verschiedensten Konfessionen, Religionen oder esoterischen Heilsversprechungen das heraus, was sie gerade am meisten anspricht. So wie man durch einen Supermarkt schlendert und sich versch. Artikel aussucht und in den Einkaufswagen legt.

11 Gründe, weshalb ich nicht in die Kirche gehe mich nicht wasche
1. Ich wurde als Kind zum Waschen gezwungen.
2. Menschen, die sich waschen, sind alle Heuchler. Sie meinen, sie wären sauberer als andere.
3. Es gibt so viele Arten von Seife. Ich kann mich nicht entscheiden, welche die beste für mich ist.
4. Die Wasserwerke und die Unternehmen, die die Seife herstellen, sind nur hinter meinem Geld her.
5. Ich habe es mal mit Waschen versucht, aber es war langweilig und immer dasselbe
6. Im Badezimmer ist es immer so kalt und steril
7. Ich wasche mich doch schon an Ostern und Weihnachten. Das muß reichen.
8. Keiner meiner Freunde wäscht sich.
9. Ich fange an, mich zu waschen, wenn ich älter und schmutziger werde.
10. Ich habe keine Zeit, mich zu waschen.
11. Ich kann auch ohne Waschen sauber sein.

Zu Kommunion sollten alle eingeladen werden!
Man kann die Eucharistie als das Herz der Kirche bezeichnen. Bei jeder Hl. Messe wird das Opfer Christi am Kreuz vergegenwärtigt. Unter den Gestalten von Brot und Wein ist Jesus real präsent. Jesus ist wirklich da, als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, unsichtbar allein für unsere Sinne. Wir können die Messe aber immer nur in Gemeinschaft mit Papst, Bischof und somit der Gemeinschaft der ganzen Kirche feiern. Jeder der an der Eucharistie teilnehmen will muss auch Ja sagen zur ganzen Gemeinschaft der Kirche. Ich kann und darf nicht das empfangen, an das ich nicht glaube, was ich nicht bin und auch nicht sein will. Das hat nichts mit Unhöflichkeit oder Intoleranz zu tun. Die Eucharistie ist das Sakrament, das die Einheit mit der Kirche voraussetzt und gegenwärtig macht.

Die Kirche spricht mir zu viel von der Hölle, dabei ist das Evangelium doch eine Frohbotschaft und keine Drohbotschaft!
Natürlich ist das Evangelium in erster Linie eine Frohe Botschaft. Allerdings wird diese Botschaft von Warnungen vor dem ewigen Verloren sein begleitet. Die Existenz der Hölle wird in der gesamten neutestamentlichen Botschaft so tief verankert, dass es nicht möglich ist dies aus der Bibel heraus zu interpretieren. Die christliche Botschaft ist die, die Jesus gebracht hat und nicht die, von der wir denken, Jesus hätte sie bringen sollen. Und Jesus redet nun mal von der Gefahr endgültig verloren zu sein.
Es scheint paradox: Aber die Existenz der Hölle ist eine Folge der Liebe Gotte. Die besondere Würde des Menschen liegt ja darin, dass er als Ebenbild Gottes geschaffen worden ist. Und er ist im Gegensatz zu andern Lebewesen fähig zur Liebe, er kann dies, weil er zuerst von Gott geliebt worden ist. Es ist die tiefste Berufung des Menschen, diese Liebe Gottes zu erkennen und zu erwidern. Liebe setzt aber Freiheit voraus! Ich kann einem Menschen zu so ziemlich allem zwingen, aber nicht dazu, mich zu lieben! Liebe kann nur in Freiheit geschehen. Freiheit bedeutet aber auch, dass der Mensch sich gegen Gott (und damit die Liebe, denn Gott ist die Liebe) entscheiden kann. Gott will das Heil des Menschen, aber er zwingt ihn nicht dazu. Letztendlich entscheiden wir selbst.
Hierzu ein interessanter Artikel vom Salzburger Weihbischof Andreas Laun:  "Das große Schweigen - Abschied vom Teufel, Hölle adieu..."


Die Kirche hat Millionen Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt
Sicherlich hat auch die Katholische Kirche in ihrer 2000-jährigen Geschichte Fehler gemacht. Überall wo Menschen am Werk sind lässt sich dies nicht vermeiden. Schon die ersten Christen waren Sünder, z.B. Petrus hat Jesus verleugnet, Paulus hat viele Christen umbringen lassen. Keine Institution, kein Unternehmen und kein Verein kann von sich behaupten in ihrem gesamten Bestehen völlig fehlerfrei zu sein. In einer sachlichen und fairen Diskussion sollte man aber mit reellen Informationen arbeiten.
Die folgenden Zahlen sind übernommen aus R. Decker, Die Päpste und die Hexen, Darmstadt 2003, S. 155-9. Eine Tabelle mit den Opferzahlen in den einzelnen europäischen Ländern bietet W. Behringer: Hexen. Glaube, Verfolgung, Vermarktung. München 2008, S. 65-66..
Heutige Schätzungen gehen davon aus, dass in Europa insgesamt zwischen 30.000 bis maximal 50.000 Personen als "Hexen" hingerichtet wurden. 80% der Opfer waren Frauen. Insgesamt wurde bis zu drei Millionen Menschen der Prozess gemacht, ca. 1,5% davon endeten mit einer Verurteilung. Die meisten dieser Prozesse wurden vor rein weltlichen Gerichten geführt. Nur an deutlich unter 1000 dieser Fälle waren kirchliche Inquisitoren beteiligt. Dan Brown dagegen spricht in Sakrileg von "fünf Millionen Frauen auf den Scheiterhaufen" und übersieht, von der maßlosen Übertreibung ins Hundertfache abgesehen, dass immerhin 20% der Opfer Männer waren. Auch die häufige Behauptung, Heilerinnen und Hebammen seien vermehrt denunziert worden, ist falsch. Nur rund 2% der Angeklagten waren als Heilerinnen tätig. Hebammen waren aufgrund des allgemeinen Vertrauens in der Bevölkerung sogar besonders immun gegen Hexenverfolgung. Rechnet man die Opfer im Verhältnis zur Bevölkerung, dann fanden die meisten Hinrichtungen in der Schweiz statt (4.000 Verbrennungen bei einer Million Menschen); in Polen-Litauen (an die 10.000 bei 4,4 Millionen Einwohnern), in Deutschen Gebieten (25.000 bei 16 Millionen Einwohnern), und in Dänemark-Norwegen (1.350 bei 970.000 Menschen). Zahlreiche Hinrichtungen gab es also vor allem in Ländern, die sich im Zuge der Reformation von der katholischen Kirche entfremdet hatten. In rein katholischen Ländern dagegen (d.h. Regionen, die nicht von der Reformation betroffen waren) liegen im Vergleich sehr niedrige Zahlen vor: Von den 125.000 Hexenprozessen der Spanischen Inquisition gab es nur 58 Todesurteile. In Italien waren es 36 und in Portugal 4. Zählt man in diesen Ländern alles zusammen, kommt man auf weniger als 100 Hinrichtungen. Kurz: Die Hexenverfolgung am Beginn der Neuzeit war ein dunkles Kapitel in der Geschichte Europas. Und ganz sicher haben dabei auch Vertreter der Kirche Schuld auf sich geladen. Aber ebenso klar ist, dass die Hexenverfolgung nicht in erster Linie ein Problem der katholischen Kirche war, sondern ein Problem der gesamten Gesellschaft in Europa in der Umbruchszeit zur Neuzeit.


Die Kirche hat die Kreuzzüge angezettelt
Hierzu eine kurze Abhandlung zu den Kreuzzügen von Von P. Markus Christoph SJM

















 
 
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