Hilfe für schwangere Frauen
 

Das ungeborene Kind
 

Thematik
 

Information
 

Nachdenkliches
 

Aktionen
 





Frauenquote, Bienenkönigin und Experimente mit Kindern


Eigentlich müssten die Experimente, die Politiker und Ideologen seit Jahrzehnten mit unseren Kindern veranstalten, strafbar sein. Nein, es geht hier nicht um die jährlichen Schulreformen und Reformen der Reformen. Diskutiert werden soll auch nicht die Frage, ob Methodik und Hermeneutik nun wirklich wichtiger sind als Faktenwissen und Allgemeinbildung von Schulabgängern.

Es widerspricht jeder Logik, jedem Bauchgefühl und allen seriösen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass es für ein- oder dreijährige Kleinkinder zutiefst ungesund sein muss, die tägliche Mutterwärme mit den sicher herzlich gemeinten Bemühungen von Betreuerinnen und Erzieherinnen einzutauschen, Tag für Tag müssen Kleinkinder in diese Gärten Edens oder gar "Krippen" (klingt doch kuschelig), weil Mütter in der Regel an den Registrierkassen Steuern erwirtschaften sollen und zudem meist ja eh zu inkompetent sein sollen, um ihre Kinder im Sinne des Staatswohls zu erziehen. Damit nicht genug: Seit mehr als einem halben Jahrhundert gehört es zum Erfahrungsgut der Psychotherapie, dass Kleinkinder und solche im Grundschulalter durch unangemessene zu drastische Konfrontation mit der Erwachsenensexualität für ihr ganzes Leben seelisch zu Schaden kommen können. Es kann sich ein Trauma einstellen, das verdrängt wird, unbewusst bleibt, aber spätere innere Dramen heraufbeschwören kann: Eine mit Ekel gemischte Tabuisierung des gesamten Bereiches Sexualität oder das andere Extrem - eine wie blinde, geradezu versessene Fixiertheit darauf, die Sexualsucht und Perversionen zur Folge haben können.

Aber in unserer zur Sexualität befreiten Republik hat das keineswegs zu der daraus zu folgernden sorgsamen pädagogischen Behutsamkeit geführt. Nein, die Tendenz ist in absurder Weise seit Jahrzehnten in die Gegenrichtung gedriftet: Hierzulande gibt es seit ca. 40 Jahren einen obligatorischen Sexualkundeunterricht, der schließlich auch das Grundschulalter einschließt, ja, sich sogar zunehmend auch auf das Kindergartenalter (!) auszudehnen sucht. So sollen in ersten Kindergärten die Kleinen ihre Sexualität "tastend erfahren". Auch an katholischen Gymnasien werden den Schülern sämtliche Arten von Verhütungsmitteln meist wertfrei vorgestellt (der Besuch bei "Pro Familia" ist inklusive). Natürlich sollen Jugendliche in einer durch und durch säkularisierten Welt mit Verhütungsmitteln vertraut sein. Doch: Warum klären die Lehrer ihre Schützlinge nicht zumindest einmal mit ein paar Sätzen über Enthaltsamkeit, warten lernen, ja den tieferen Sinn von Sexualität und Freundschaft auf? Und: Gab es da nicht schließlich mal so ein Recht der Eltern auf eigene Aufklärung ihrer Kinder?

Und der Wahnsinn geht weiter: die Frauenquote. Erst hat man uns Männern jahrelang eingehämmert, Frauen wären genauso gut oder besser als wir- und jetzt das Brüllen nach der Frauenquote! Also, was denn nun? Mein Bauch gehört mir." Das war einst der Kampfspruch der Feministinnen. Das Recht auf Abtreibung galt den Wegbereiterinnen als Voraussetzung für eine selbstbestimmte Frauenwelt. Das "Nein" zum Kind bedeutete ihnen Fortschritt. Nicht an den Herd, sondern an die Macht wollten diese Frauen", schreibt Dorothea Sims auf "weltonline". Recht hat sie. Schauen wir nur auf Ursula von der Leyen, die als Familienministerin mit Krippenoffensive, Elterngeld und Vätermonaten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ihrem Top-Thema gemacht hatte. Sie treibt nun als Arbeitsministerin die Wirtschaft vor sich her. Die CDU-Politikerin droht den Unternehmen mit der gesetzlichen Frauenquote, wenn der Anteil weiblicher Führungskräfte in den Unternehmen weiter auf lächerlich niedrigem Niveau verharren sollte. Die Kanzlerin weiß von der Leyen in dieser Frage auf ihrer Seite. 2011 beschloss die Bundesregierung, die Unternehmen sollten in fünf Jahren die von der Politik fixierten Quoten umsetzen. Alle Unternehmen. Was für ein Schwachsinn! Die einen werden die Quote locker erreichen, für die anderen ist es ein Ding der Unmöglichkeit-zumindest innerhalb der angedachten fünf Jahre. Es gibt vielleicht doch so manche Unterschiede zwischen einem Maschinenbau- und einem Modeunternehmen.

Nicht nur die Wirtschaft ist über diese konservative Frauenbewegung höchst irritiert. Auch viele Männer empfinden die Damen, die nach der Politik nun die Wirtschaft aufrollen wollen, als bedrohlich. Und Frauen, die traditionellere Lebensentwürfe gewählt haben, sind gleichfalls verunsichert. Denn sie vermissen schmerzlich die Wertschätzung, die früher für die Mutter und Frau, die dem Mann den Rücken freihält, selbstverständlich war. Nicht wenige junge Frauen, die sich nach Familie sehnen und ihre Kinder selbst aufwachsen sehen wollen, die sich mehr als nur ein paar Wochen oder Monate Zeit dafür nehmen möchten, spüren einen immer stärkeren gesellschaftlichen Druck, rasch an den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Denn angesichts des wachsenden Fachkräftemangels sind die Frauen für die Unternehmen unentbehrlich. Und die Zweifel der Eltern, ob die Kinder nicht zu kurz kommen, wenn Vater und Mutter Karriere machen, werden von dem Gerede über frühkindliche Bildung in Krippen und Ganztagskitas übertönt.

Die schöne neue Frauenwelt orientiert sich voll und ganz an den berufsorientierten Gipfelstürmerinnen, die sich zutrauen, im Job und in der Familie Spitzenleistungen zu erbringen. Sie sehen nicht ein, dass zwar die Hälfte der Hochschulabsolventen weiblich ist-aber nur 2,2 %der Vorstände der 100 größten deutschen Unternehmen. Die Wirtschaft selbst hat erkannt, dass die schwache Präsenz der Frauen in den Führungsetagen ökonomisch nicht sinnvoll ist. Schließlich kann man es sich schon aus demografischen Gründen nicht länger leisten, das halbe Arbeitskräftepotenzial mit mangelnden Aufstiegschancen permanent zu frustrieren. Im Kampf um die knapper werdenden Arbeitskräfte wird Frauenfreundlichkeit somit zu einem knallharten Instrument des Wettbewerbs. Insofern schwimmt die Arbeitsministerin geschickt auf einer Welle. Doch die Christdemokratin sollte es der Wirtschaft zutrauen, den erkannten Mangel selbst zu beseitigen. Der regulierenden Hand des Staates bedarf es nicht.

Die Gründe für die Einführung von Quoten sind dabei hinlänglich bekannt: Erstens, wie schon gesagt, möchte man mehr "Teilhabe" von Frauen an der politischen und wirtschaftlichen Macht erreichen. Dann will man für "Gerechtigkeit" und einen Mentalitätswechsel in der Gesellschaft sorgen. Und schließlich wünscht man sich vor allem auch, im Zuge der Genderideologie, eine Einebnung der Geschlechterunterschiede durchzusetzen und diesen Umbauprozess durch die Vorgabe von Prozentsätzen zu beschleunigen bzw. überhaupt erst möglich zu machen. Genau an diesem letzten Punkt setzt aber die Kritik an einem solchen künstlichen Fördersystem an: Sind Männer und Frauen von Natur aus wirklich gleich und werden nur durch äußere Umstände zu dem, was sie in unserer bisherigen kulturellen Tradition sind? Oder gibt es doch in Körperbau, Denkstruktur und Hormonsystem begründete Geschlechterunterschiede, die eben eine bestimmte Regel-Rollenverteilung zwischen Mann und Frau als symbiothisch sinnvoll erscheinen lassen? Könnte es zum Beispiel sein, dass eine Gesellschaft in der Summe erfolgreicher ist, wenn sie für sich sowohl die männliche Begabung für Aggressivität als auch die weibliche für Hingabe (Pardon, nur ein Beispiel!) nach außen und innen nutzt?!

Auch der SPIEGEL versucht sich in einer Titelstory mit einem flammenden Plädoyer für die Quote an diesem Thema. Die "Gretchen-Frage", die er dabei aufwirft, ist, wie es sein könne, dass 51 % der Hochschulabsolventen - und inzwischen 60 % der Absolventen von Wirtschaftsstudiengängen - Frauen seien, aber nur 3,2 % der Vorstände und 21,7 % der Inhaber von Führungspositionen in Deutschland. Einer der Gründe hierfür könnte sein: Es gibt so manche weibliche Vorgesetzte, die keine Frau neben sich duldet. Das nennt die Genderforschung das Queen-Bee-Syndrom: Die Bienenkönigin kultiviert ihren Sonderstatus und ist blind für die Probleme anderer Frauen.

Etwas deprimiert befasst sich der SPIEGEL in seinem als "Streitschrift" deklarierten Artikel auch mit der beobachteten Tatsache, dass die breite Masse der Frauen gar nicht nach hierarchischer Macht und Männerwelt-Wettbewerb strebt. Er geht intensiv auf ein von der früheren taz-Chefredakteurin Bascha Mika publiziertes Buch ein, das sich mit dem Sachverhalt, dass die Frauen gar nicht unter der bestehenden Rollen- und Karriereverteilung leiden, sondern sie viel mehr zu genießen scheinen, auseinandersetzt. Leider zieht das Leitmedium der deutschen Wochenpresse - wie häufig bei solchen Themen - die falschen Schlüsse: Man glaubt, eben mit noch ein bisschen mehr "Social engineering" nachhelfen, die Frauen "zu ihrem Glück zwingen" zu müssen.

Frauen, Frauen, Frauen - als ob es kein anderes Thema mehr gäbe Ach, Kerle! Was ist von uns übriggeblieben?! Männlichkeit, falls man das noch so sagen darf, bedeutet, den Mut zu haben, auch mal gegen den Strom zu schwimmen und sein eigenes Leben anzupacken. Das ist anstrengend. Aber "echte Männer" stehen zu sich selbst und zu ihrer Überzeugung. Sie sind beruflich erfolgreich und fürchten deswegen keine Frauenquote. Sie können auch mal an ecken, aber sie haben ein Ziel. Sie erkennen die Leistung anderer an und haben Mut zu Visionen. Sie stehen für ihre Taten ein und suchen Fehler nicht bei anderen. Sie lassen Emotionen zu und haben die Lust am Lagerfeuer noch nicht verloren. Die richtige Mischung aus Kavalier und Raubein - ist denn das so schwer? Stattdessen verstecken sich viele - oft hinter starken Frauen - und warten auf ein Wunder. Da denkt man an die Mütter mit vielen Kindern, die im Krieg ihre Männer verloren haben. Wenn die sich auch hinter dem Ofen versteckt hätten, wären viele von uns nicht da. Gaby Hauptmann erreicht mit Büchern wie "Suche impotenten Mann fürs Leben" ein Millionenpublikum. Verwunderlich?



Autor: Garsten Ostrowski, Quelle: Komma Magazin, August 2013


- zurück zur News-Übersicht -














 
 
pro-leben.de auf facebook:  




© 1999-2018 by www.pro-leben.de  
Impressum